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Eine Gruppe von Fahrradfahrern fährt im Sonnenschein entlang eines Getreidefeldes.

Biologische Stationen Rheinland

Forum Naturschutz und Kulturlandschaft im Rheinland 2016

Foren im Jahr 2016

Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den jeweiligen Foren.


9. Forum

Am 9. November 2016 fand das neunte Forum Naturschutz und Kulturlandschaft im Rheinland statt.

Die Besucherinnen und Besucher des neunten Forums konnten sich vier interessante und gänzlich unterschiedliche Vorträge zum Themenfeld Naturschutz und Kulturlandschaft anhören.

Eine Übersicht der Vorträge

Wiesenentwicklung durch Regiosaatgut – Erfahrungen und Hinweise zur erfolgreichen Entwicklung aus der Praxis

Christian Chmela, Geschäftsführer der Biologischen Station Rhein-Erft e.V., stellte in einem anschaulichen Vortrag das Regiosaatgut- Projekt vor. Ziel dessen ist es, ausgewählte regionale Blütenpflanzenarten zu gewinnen und diese letztlich zur Herstellung artenreicher Wiesen und Felder zu verwenden. Hintergrund ist, dass vor allem in strukturarmen Landschaften kaum noch eine Diversität an Grünlandpflanzen aufzufinden ist. Eine aktive Einsaat, um eine Artenvielfalt in der Landschaft zu gewährleisten, ist heute notwendig geworden. Problematisch ist jedoch, dass es das dafür benötigte Saatgut für regionale Blütenpflanzenarten nicht zu kaufen gibt. Im Rahmen des RegioSaatGut-Projekts arbeitet die Biologische Station Bonn / Rhein-Erft e.V. seit 2009 mit weiteren Biologischen Stationen an der Vermehrung des regionalen Wildblumen Saatgtus und dessen gezielten Anbau auf Wiesen und Ackerflächen in der Kulturlandschaft.

Die Präsentation finden Sie im PDF-Format unter folgendem Link: Wiesenentwicklung durch Regiosaatgut (PDF, 17,72 MB)

Ein See ohne Fische – geht das?

Dr. Ulrich Werneke aus dem Naturschutzzentrum Kreis Kleve ging in einem spannenden Vortrag der Frage nach, inwieweit ein See ohne Fische "möglich" ist. Die Ergebnisse der im Vortrag angeführten Untersuchungen beziehen sich dabei auf einen vor einigen Jahren künstlich angelegten See, in dem bis heute keine Fischbestände nachgewiesen wurden. Die Relevanz der Besiedlung von Seen mit Fischbeständen vor allem durch das Einschleppen von Laich durch Wasservögel, scheint hinsichtlich der angestellten Beobachtungen und vorausgegangenen Untersuchungen gering zu sein. Die submersen Makrophyten profitieren von der fehlenden Wühltätigkeit durch Fische. Die Vermehrung von Amphibien (hier der Kammmolch) wird ebenfalls von dem fehlenden Fraßdruck begünstigt. Letztlich führt das Fehlen des Fraßdrucks durch Fische zu dem Vorkommen größerer Formen Zooplanktons und dafür geringere Vorkommen des Phytoplanktons. Schlussfolgernd kam man zu dem Ergebnis, dass sich der See aus ökologischer Perspektive auch oder gerade wegen des fehlenden Fischbestands ohne Einschränkungen entwickeln konnte.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie bei Dr. Ulrich Werneke ( Leiter des Naturschutzzentrums Kreis Kleve). E-Mail: werneke@nz-kleve.de

KuLaCaching – eine naturschutzorientierte Möglichkeit zur Vermittlung von Kulturlandschaft?

Jan Spiegelberg, Mitarbeiter der Biologischen Station Oberberg / Rheinberg, stellte innerhalb des dritten Vortrages die Idee des KuLaCachings vor. Seit wenigen Jahren hat das sogenannte Geocaching als Freizeitaktivität große Beliebtheit erlangt. Dabei können mithilfe von im Internet veröffentlichten GPS-Daten und eines GPS-Geräts bzw. Smartphones entsprechende Geocaches in der Landschaft gesucht werden. Von geschätzten 2,6 Millionen weltweiten Geocaches befinden sich rund 50.000 in Nordrhein-Westfalen. Mit der Suche und dem Verstecken der Geocaches ergeben sich jedoch einige Konflikte. Beispielsweise kommt es im Bereich des Naturschutzes vor, dass die Wege in Schutzgebieten zum Auffinden eines Caches verlassen werden und dabei unter anderem geschützte Arten gestört werden. Das Projekt-KuLaCaching (eine Wortneuschöpfung aus den Worten "Kulturlandschaft" und "Geocaching") hat das Ziel, an dieser Stelle einzugreifen und ein naturverträgliches Geocaching zu fördern.

Die Präsentation finden Sie im PDF-Format unter folgendem Link: KuLaCaching - eine naturschutzorientierte Möglichkeit zur Vermittlung von Kulturlandschaft? (PDF, 1,67 MB)

Vorstellung des Fachbeitrags Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln

Dr. Klaus-Dieter Kleefeld stellte in seinem Vortrag den kürzlich veröffentlichen Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln vor. Die LVR-Kulturdienststellen LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland und die LVR-Abteilung Landschaftliche Kulturpflege haben zu dem neuen Regionalplan der Bezirksregierung Köln mit Unterstützung der Stadt Köln und der Stadt Aachen einen Fachbeitrag Kulturlandschaft erarbeitet, der das Kulturelle Erbe der Region als Grundlage für Planverfahren beschreibt und dessen Relevanz hervorhebt. Der Fachbeitrag erläutert wesentliche kulturlandschaftliche Entwicklungen im Planungsgebiet und weist regional bedeutsame Kulturlandschaftsbereiche aus.

Weitere Informationen zum Fachbeitrag sowie die entsprechende Download-Version finden Sie unter folgendem Link: Fachbeitrag Kulturlandschaft zum Regionalplan Köln

8. Forum

Das achte öffentliche Forum Naturschutz und Kulturlandschaft fand am 24. Februar 2016 im LVR-Horion-Haus statt. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung rund 65 Personen teil.

Vorträge

Blauer Kölner auf der Streuobstwiese? - Aktuelles zur LVR-Pflanzgutförderung

Martin Pflaum- LVR

Die LVR- Pflanzgutförderung als Beitrag zur Aufwertung der Kulturlandschaft im Rheinland; Herr Pflaum berichtet in einem interessanten Vortrag über die Bereitstellung von Pflanzgut zur ökologischen Verbesserung und kulturlandschaftlichen Gestaltung der rheinischen Landschaft.

Hier können Sie sich die Präsentation im PDF- Format anschauen: Blauer Kölner auf der Streuobstwiese (M. Pflaum) (PDF, 1,02 MB)

Mehr Infos zur LVR-Pflanzgutförderung

Der Biber kommt - Aufklärung durch Umweltbildung im Rheinland

Maria Hinz - Biologische Station im Kreis Düren e.V.

Zwischen 2002 und 2004 fand die Wiederansiedlung 26 europäischer Biber am Niederrhein statt. Durch die erfolgreiche Arbeit der Biologischen Station im Kreis Düren, konnte sich der Biber dort weiter ausbreiten. Durch Umweltbildungsprojekte, Lehrfortbildungen, Tourismusangebote und vieles mehr fördert die Biologische Station das positive Image des Bibers als größtes Nagetier Europas. Maßnahmen, Ziele und aktuelle Entwicklungen stellte Frau Hinz in ihrem Vortrag vor.

Hier können Sie sich die Präsentation im PDF- Format anschauen: Der Biber kommt (M. Hinz) (PDF, 3,28 MB)

Mehr Infos: Biber-Projekthomepage

Die Bedeutung von Hecken, Säumen und Wiesen im Rheinland für die Biologische Vielfalt

Diethelm Schneider, Ökologie-Forum.de

Der Biologe Diethelm Schneider gibt einen Einblick in die ökologischen Grundlagen der Artenvielfalt und geht dabei insbesondere auf die Bedeutung der Insekten im Naturhaushalt und die Rolle der Blüten besuchenden Insekten ein. Dabei stellt er die Bedeutung eines ganzjährig ausreichend großen Blütenangebotes für die s.g. Hautflügler heraus und betont die Wichtigkeit von Wiesen, Hecken und Säumen zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Herr Schneider erläutert, in welcher Art und Weise Wiesen, Hecken und Säume gemanaget werden sollten, damit vor allem Blütenbesucher davon profitieren können.

Hier können Sie sich die Präsentation im PDF- Format anschauen: Die Bedeutung von Hecken, Säumen und Wiesen im Rheinland für die Biologische Vielfalt (D. Schneider) (PDF, 2,38 MB)

Vorstellung KuLaDig 4.0

Elmar Knieps und Klaus- Dieter Kleefeld - LVR-Abteilung Digitales Kulturerbe

Herr Knipes und Herr Kleefeld stellten in ihrem Beitrag das Informationssystem KuLaDig (Kultur. Landschaft. Digital.) 4.0 vor. Es handelt sich hierbei um das LVR-Informationssystem zur Erfassung der Historische Kulturlandschaft und des landschaftlichen Kulturellen Erbes.

Hier geht's zur KuLaDig- Homepage.

Besuchen Sie auch die anderen Projektseiten des LVR-Fachbereichs Landschaftliche Kulturpflege: